Die Wiederentdeckung eines alten Brotgetreides

Schätzungen zufolge ist Dinkel über 5000 Jahre alt. Noch vor 150 Jahren war er mit 400.000 ha das meistangebaute Brotgetreide in Deutschland. Ortsnamen wie Dinkelsbühl und die Sortenbezeichnung „Schwabenkorn“ erinnern an die Bedeutung, die Dinkel besonders im süddeutschen Raum hatte. Doch dann hat Dinkel seinen Marktanteil an moderne Weizensorten abgetreten, die heute dreifach höhere Erträge bei niedrigerem Arbeitseinsatz erbringen.

Das Besondere am Dinkel sind seine Spelzen. Das sind feste Hüllen, die die Körner umgeben und vor äußeren Einflüssen schützen. In einem eigenen Arbeitsgang muss Dinkel deshalb vor dem Mahlen geschält werden.

Wegen der archäologischen Funde, und weil Dinkel in seinem Wuchs lichter, lang und grasähnlicher als Weizen ist, wird er gerne als Urgetreide bezeichnet. Er ist aber nicht, wie oft behauptet wird, der direkte Vorfahre der heutigen modernen Kulturweizenarten, sondern hat sich parallel entwickelt.

Es gibt nur wenige reine Dinkelsorten. Reine Dinkelsorten sind nicht mit Kulturweizen gekreuzt. Der schleswig-holsteinische Dinkel stammt ausnahmslos aus reinen Sorten.

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